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Ein pinker Palast: Das Mount Nelson Hotel in Kapstadt

by Michael Rechsteiner
13. April 2026
in Travel
Ein pinker Palast: Das Mount Nelson Hotel in Kapstadt

Rosige Zeiten im pinken Palast: Seit über 125 Jahren empfängt das Mount Nelson Hotel in Kapstadt illustre Gäste – und lehnt sie manchmal auch ab. Jetzt sorgt nicht nur das Wetter vom Tafelberg für frischen Wind, sondern auch eine Kollaboration mit dem südafrikanischen Designer Thebe Magugu.

Auf dem eigenen Erfolg gebettet: Designer Thebe Magugu.

Wenn sich weiße Wolken wie eine Tischdecke über den Tafelberg legen, wird in Kapstadt die Legende des alten Piraten Jan van Hunks von einer Generation zur nächsten geflüstert. Seine Tage auf hoher See hatte der Freibeuter zu Beginn des 18. Jahrhunderts längst hinter sich. So verbrachte van Hunks die heißen Sommer am liebsten auf einem Felsvorsprung des Tafelbergs, paffte Pfeife und überblickte sein einst nasses Bureau, das Meer. An genau einem solchen Tag setzte sich ein mysteriöser Fremder zum alten Mann. Die Sonnenstrahlen prallten vom Hut des Besuchers, als er sich neben van Hunks ins Gras setzte und ihn um etwas Tabak für die eigene Pfeife bat. Ein Pirat mag aus reichen Taschen stehlen, doch genauso gerne teilt er seinen Besitz. Der Unbekannte stopfte dankbar das getrocknete Kraut in sein Schmauchholz und forderte van Hunks prompt zu einem Wettrauchen heraus. Was Jungs eben so zum Zeitvertreib taten, bevor es Netflix und Gym-Abos gab. Verwundert, aber selbstsicher willigte der holländische Haudegen ein. Und so rauchten die Männer. Und rauchten und rauchten. Rauchten wie Dampfloks, die eine Verspätung wettmachen müssen, oder eine Vape-Juice-Fabrik, die in Flammen steht. Van Hunks und der Fremde rauchten stunden-, dann tagelang. Als die Menschen im Tal zum Tafelberg empor blickten, sahen sie diesen schon bald komplett von dicken Schwaden umhüllt.

Einige Neugierige wagten sich zur Quelle des grauen Dunsts und sahen, wie das Gesicht des Fremdlings langsam rot anlief. Und schließlich, endlich!, fiel der Gestalt die Pfeife aus dem Mund und ein Hustendonner grollte aus ihrem Hals. Mehr noch: Der Hut purzelte vom Kopf des Verlierers und offenbarte zum Schrecken der Leute zwei Hörner. Da wurde Jan van Hunks klar, dass er soeben mit dem Teufel um die Wette geraucht und gewonnen hatte. Gedemütigt ließ der Leibhaftige einen grellen Blitz vom Himmel einschlagen und verschwand mit dem arglosen Seeräuber von der Erdoberfläche. Ob seine eiserne Lunge dem Holländer eine Ewigkeit in der Hölle einbrockte? Es würde sich zumindest gut als Warnung auf Zigarettenpackungen machen. Doch wann immer der Tafelberg wieder im Wolkenmeer verschwindet, so sagt man, seien van Hunks und der Teufel wieder zurückgekehrt und qualmen der alten Zeiten willen.

Vorhang auf für die Magugu Suite im Mount Nelson Hotel.

Ein Beatle macht sein eigenes Bett

Der wahre Grund für die außergewöhnlichen Wolkenformationen über dem Tafelberg ist ein Passatwind, der sogenannte Kapdoktor. (Wir verstehen zwar etwas von Tunikdesigns, aber nichts von Thermodynamik. Deshalb sparen wir uns hier die physikalischen Details.) Der Kapdoktor sorgt sich tatsächlich um die BewohnerInnen der Großstadt und bläst Auto- und Industrieabgase hinaus aufs Meer, was zu einer überdurchschnittlich guten Luftqualität in Kapstadt führt. Und zu einem Naturschauspiel, das seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen anregt. Am komfortabelsten bestaunen lässt sich dieses Spektakel von einem Ort, den wir uns nach dieser Märchen- und Meteorologiestunde redlich verdient haben: das Mount Nelson Hotel am Fuße des Tafelbergs. Wie der Rosenquarz in einer Schmuckschatulle ragt die Unterkunft aus der afrikanischen Metropole und sammelt seit über 125 Jahren eigene Legenden. Sie beginnen, noch bevor man einen Fuss über die Schwelle des Hauses gesetzt hat. So verlangte in den 1990er Jahren das Sicherheitsdispositiv des damaligen Präsidenten Bill Clintons, dass die zum Hotel führende Palmenallee gefällt wird, um eine bessere Überwachung zu ermöglichen. Die Direktion lehnte ab, Clinton nächtigte woanders. Nicht alle Reichen und Mächtigen wollten mit der Axt einchecken; Winston Churchill, damals noch ein 25-jähriger Korrespondent im Zweiten Burenkrieg, schwelgte anno 1899 in Lobeshymnen über das kurz zuvor eröffnete Luxusdomizil. Als erstes Hotel in Südafrika verfügte es über kaltes und heißes Wasser und stellte mit seiner Ausstattung selbst die meisten von Londons Fünf-Sterne-Häuser in den subtropischen Schatten.

30 Jahre später nahm ein anderer Engländer seinen Zimmerschlüssel an der Rezeption entgegen: Arthur Conan Doyle war nicht gekommen, um mit dem Teufel zu rauchen, sondern um mit den Toten zu reden. In seinen letzten Lebensjahren wandte sich der Erfinder von Sherlock Holmes dem Okkultismus zu. Auf Vortragsreisen, die ihn auch nach Kapstadt führten, verbreitete Doyle seine mystischen Ansichten. In einem Hotelzimmer vom Mount Nelson versuchte er, durch Séancen mit der Welt der Verstorbenen in Kontakt zu treten. Einigen Gästen war die Sache nicht geheuer, was zu zahlreichen Beschwerden führte. Schließlich lag der erste „Ghostbusters“-Film noch 55 Jahre in der Zukunft und im paranormalen Ernstfall hätte niemand gewusst, wen um Hilfe zu rufen. Auch John Lennon war auf spiritueller Mission, als er 1980 unter dem Namen „Greenwood“ inkognito im Mount Nelson abstieg. Der Sänger soll täglich im Garten meditiert und brav das eigene Hotelbett gemacht haben. Seiner Liebesaffäre May Pang schrieb der Ex-Beatle zwei Postkarten aus dem Hotel. Es war eine von Lennons letzten Reisen, bevor er ein halbes Jahr später in New York City ermordet wurde. Nicht im Garten, dafür im Ballsaal saß knapp zwei Jahrzehnte später der Dalai Lama im Lotussitz. Vor über 500 AnhängerInnen sprach er über die vier edlen Wahrheiten der buddhistischen Lehre (nach denen heute ein Cocktail in der Hotelbar benannt ist). Ob auch das Oberhaupt von Tibet vor der Abreise persönlich die Bettlaken glattstrich und Kissen aufklopfte, ist nicht überliefert.

Spiel, Satz, Siesta: Hier wird Stress vom Platz gefegt.

Vom 5-Uhr-Tee in den Ozean

Geistige Erleuchtung scheint im Mount Nelson zu fließen, wie in anderen Hotels Teebaum-Shampoo aus Mini-Plastikflaschen. Doch weltliche Freuden sind auch hier nicht fremd. Im Gegenteil. Jan van Hunks müsste sich zum Rauchen nicht den Tafelberg hoch mühen; an der Planet Bar bestellt er sich eine Cohiba Siglo 2 Zigarre. Zum Runterspülen empfehlen wir den Cocktail 100 Year Old Cigar, eine Mischung aus Rum, Whisky, Cynar, Bénédictine und Absinth. Nebenan in der Lounge lässt sich Arthur Conan Doyle eine Tasse African Pride Honeybush einschenken. Um sich versammelt eine Handvoll Witwen, die durch ihn auf einen Draht zu den toten Gatten hoffen. Trost verschafft ihnen das kaleidoskopische Buffet, das die langjährige Chef Pâtissier Vicky Gurovich auch an diesem Nachmittag serviert und die Hautevolee aus ganz Kapstadt und Umgebung wie Bienen zu den Pollen anlockt. Draußen schält sich der Dalai Lama aus seinen Roben. Der Oasis Swimming Pool im saftig blühenden Garten ist eines der größten beheizten Schwimmbecken in Südafrika. Mit einem Kanonenkugel-Sprung taucht seine Heiligkeit ins Wasser und landet Spritzer bis nach hinten zu den Pool Cabanas. Dort fläzen sich die bestbetuchten Gäste im Schatten und genießen den ganzen Tag lang frische Früchte und Rosé, bis die Sonne ihre goldene Stunde erreicht. Wer sich eine Reservation ergattern konnte, macht sich jetzt bereit fürs Restaurant Amura. Ángel León, der „Küchenchef der Meere“ und prämiert mit zwei Michelin-Sternen, steht an einem der gedeckten Tische und erklärt einem seltsam familiär aussehenden Mann namens Greenwood das kulinarische Konzept. Vor der Küste Kapstadts fließen der Atlantik und der Indische Ozean zusammen. Dadurch entsteht eine besonders vielfältige Unterwasserwelt, die sich auch auf dem Teller abbilden lässt. Mister Greenwood entscheidet sich für den gedünsteten Kingklip, ein nur in dieser Region verbreiteter Fisch, dessen weißes Fleisch als Delikatesse gilt. Dazu reicht Chef León Algen, zubereitet nach baskischer Pil-Pil-Art seiner spanischen Heimat.

Diese Hotelsuite erzählt die Geschichte eines Kontinents.
Schwimmen im Luxus, schlemmen am Wasser.

Designersuite mit Kulturauftrag

In seinem Gästebuch mag das Mount Nelson viele prominente Autogramme haben. Doch ein Mann hat seine Handschrift in den Wänden und Böden, Blumenvasen und Zahnputzbechern des Hauses hinterlassen. Thebe Magugu ist einer von Südafrikas renommiertesten Modeschöpfern. 2019 gewann er den LVMH Young Fashion Designer Prize. Kollaborationen mit Valentino, Dior und Adidas brachten dem 32-Jährigen internationale Aufmerksamkeit. Für das Mount Nelson wagte sich Thebe im vergangenen Jahr auf unbekanntes Terrain: Interior Design. Das im Frühjahr 2026 eröffnete Resultat ist eine Suite, die sich als Meditation über Geschichte und Kultur Südafrikas versteht. Wie auch für seine Kleiderkollektionen schöpft Magugu Inspiration aus dem ästhetischen Erbe seiner Heimat. Die Räume strahlen Sorgfalt und Sinnlichkeit aus. Eine Unterkunft, in der sich nicht nur der Körper erholen, sondern die Seele mit jenem Land erden soll, auf dem die Mauern ringsum gebaut sind. Ebenfalls neu zum Mount Nelson gehört das Magugu House, ein von Thebe designter Anbau. Hier werden fortan Ausstellungen von kontemporären KünstlerInnen aus Afrika gezeigt. Auftakt macht die Kuration „By Our Own Hands“ mit Exponaten von Fotografin Zanele Muholi und Skulpteurin Zizipho Poswa.

Wer am Tafelberg entspannen will, muss nicht fürchten, versehentlich mit dem Teufel in die Hölle zu fahren. Im Gegenteil. Wer am Pool des Mount Nelsons den feuchten Mund ans Cocktailglas legt, darf sich wie im Himmel fühlen. Und wer durch die von Thebe Magugu geschaffenen Räume schreitet, spürt intensiv das Land zwischen dem lodernden Erdkern und der blauen Kuppel. In Südafrika soll die Wiege der Menschheit liegen. Im Mount Nelson hat sie ihr würdiges King Size Bed gefunden.

Wer hier eincheckt, dem blüht was.

Mount Nelson

Wer Kapstadt durch die rosa Brille sehen will, trägt seine Koffer ins Mount Nelson. Seit über 125 Jahren ist das Fünf-Sterne-Hotel eine der besten Adressen Südafrikas. Und spätestens seit der Zusammenarbeit mit Thebe Magugu eine der stylischsten weltweit. Der Modeschöpfer hat eine afromoderne Suite entworfen und auf dem Hotelareal das Magugu House eröffnet, in dem kontemporäre Kunst des afrikanischen Kontinents ausgestellt wird. Galeriebesuch und Pool-Session in Gehdistanz? Ring-ring, checkt uns bitte ein. belmond.com

Ebenso charmant wie dieser pinke Palast: Die Glenfeshie Lodge in der schottischen Wildnis.

Ab nach Kapstadt! Hier buchst du dir dein Zimmer.

Fotos: © Courtney Patrick, Mount Nelson

Tags: Ángel LeónArthur Conan DoyleBill ClintonDalai LamaJan van HunksJohn LennonKapstadtMay PangMount NelsonThebe MaguguVicky GurovichWinston ChurchillZanele MuholiZizipho Poswa
Michael Rechsteiner

Michael Rechsteiner

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