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Sole Sisters: Die Giusti-Schwestern von AGL im Interview.

by Michael Rechsteiner
13. April 2026
in Fashion
Sole Sisters: Die Giusti-Schwestern von AGL im Interview.

Montegranaro ist ein steiniges Pflaster. Und doch stammen aus dem kleinen Ort im Osten Italiens grazile und elegante Damenschuhe, die internationales Prestige genießen. Das Familienunternehmen Attilio Giusti Leombruni, kurz AGL, produziert hier seit bald 70 Jahren seine Modelle. Inzwischen haben die drei Schwestern Sara, Vera und Marianna Giusti die dritte Generation in der Konzernführung übernommen und eilen mit großen Schritten von Erfolg zu Erfolg. Zum Launch der neuen Kollektion „Urban Jungle“ haben wir uns mit dem Trio unter anderem über die weibliche Sicht auf eine männerdominierte Branche unterhalten.

Die neue AGL-Generation in ihrem Element: Vera, Marianna und Sara Giusti.

FACES: Attilio Giusti Leombruni ist seit drei Generationen ein erfolgreiches Familienunternehmen. Wie schafft ihr es, die Balance zu halten zwischen der Wahrung von Traditionen und der Verfolgung eures eigenen Weges?
AGL: Unser Unternehmen produziert seit 1958 Schuhe „Made in Italy“. Als dritte Generation bringen wir ein wichtiges, einzigartiges und wertvolles Erbe mit, das aus Prozessen und Handwerkskunst besteht. Wir experimentieren mit neuen stilistischen Lösungen, die sich durch eine sehr persönliche und wiedererkennbare Ästhetik auszeichnen. AGL ist eine zeitgemäße Marke, cool, aber mit einer langen Geschichte: 1958 wurde das Unternehmen gegründet, 1968 entwickelte unser Großvater das Laboratorium zur Industrie, 1978 trat unser Vater in das Familienunternehmen ein und leitete es, 1988 überstieg der Export den Inlandsumsatz, 1998 eroberte AGL die Vereinigten Staaten und verdoppelte seinen Umsatz, 2008 wurden wir, die drei Schwestern, alleinige Geschäftsführerinnen des Unternehmens. Im Jahr 2018 haben wir unsere erste Verkaufsfläche in Paris eröffnet und im Jahr 2026 werden wir die zweite in Mailand bei La Rinascente eröffnen.

F: Eure Marken-Keywords reichen von „Tradition“ bis „experimentell“. Welches davon beschreibt eurer Meinung nach das aktuelle Kapitel von AGL am treffendsten?
AGL: Zunächst einmal entwerfen wir AGL-Produkte als perfekte Begleiterinnen für Frauen. Sie sind schlicht, aber elegant und cool. Sie bleiben nicht unbemerkt und sorgen dank ihrer starken Persönlichkeit dafür, dass sich die Trägerin wohl und attraktiv fühlt. Das Entwerfen eines Schuhs ist nicht nur die Kreation eines Modeprodukts, sondern eine viel umfassendere Verpflichtung, die aus technischer Forschung, Mut zur Innovation und Verantwortung besteht. Wir produzieren ein Accessoire, das nicht nur dekorativ ist, sondern auch funktional sein muss und die AGL-KundInnen bei all ihren täglichen Aufgaben unterstützt. Tradition und Experimentierfreudigkeit gehen Hand in Hand. Ohne die aus der Tradition stammenden Fähigkeiten könnten wir es uns nicht leisten, zu experimentieren.

„Anstatt kurzlebigen viralen Ästhetiken hinterherzujagen, interpretieren wir Trends durch unsere Markenidentität und passen sie an Produkte mit längerem kommerziellem Potenzial an.“

F: Die diesjährige Frühling/Sommer-Kollektion ist von der Idee des „Urban Jungle“ inspiriert. Wie kam es zu dieser Faszination und wann hat sich dieses Bild für euch zum ersten Mal herauskrist allisiert?
AGL: Der Name „Urban Jungle“ kam uns ganz instinktiv in den Sinn, als wir beobachteten, wie Frauen heute in der Stadt leben. Wir haben über die zeitgenössische Großstadtlandschaft nachgedacht. Diese ist dicht, schnell, vielschichtig und manchmal chaotisch. Dabei haben wir festgestellt, dass sie einem modernen Dschungel ähnelt. Nicht im wörtlichen Sinne, sondern in der Art und Weise, wie sie Anpassungsfähigkeit, Stärke, Intuition und ständige Bewegung erfordert. Die Stadt ist nicht mehr nur Kulisse, sondern ein lebendiges Ökosystem. Das Bild kristallisierte sich während der ersten kreativen Diskussionen heraus, als Kontraste begannen, die Kollektion zu definieren: Struktur versus Fluidität, Kühnheit versus Leichtigkeit, Instinkt versus Präzision. Diese Dualitäten ähnelten der Spannung, die man in der Natur findet, wild und doch harmonisch, übertragen auf einen urbanen Kontext. „Urban Jungle“ wurde zum perfekten Ausdruck dieser Vision. Es fängt die Idee einer Frau ein, die sich mit Selbstvertrauen und furchtloser Energie in der Großstadt bewegt und Komplexität in Chancen verwandelt.

F: Wenn ihr eine reale Frau nennen müsstet, die eure „Urban Jungle“-Vision perfekt verkörpert, wer wäre das und warum?
AGL: Tilda Swinton ist unsere „Urban Jungle“-Frau. Sie ist wild, unabhängig und frei, aber gleichzeitig so modern, dass sie wie vom Jahr 3000 projiziert zu sein scheint. Ihr Stil ist einzigartig und persönlich, aufgebaut auf vielseitigen, transformativen Schichten.

F: Inwieweit beeinflussen aktuelle Mode- und Social-Media-Trends eure Entscheidungen?
AGL: Als Herstellerinnen von Modeschuhen würden wir sagen, dass aktuelle Mode- und Social-Media-Trends unsere Entscheidungen erheblich beeinflussen, aber nicht blindlings. Heute wird die Geschwindigkeit der Mode weitgehend von Plattformen wie Instagram und TikTok bestimmt. Trends können innerhalb weniger Tage weltweit entstehen, und die Nachfrage der VerbraucherInnen reagiert fast in Echtzeit. Wir beobachten diese Kanäle genau, da sie uns helfen können, kommerziell relevant zu bleiben und unsere Kollektionen auf die aktuellen Marktbedürfnisse abzustimmen. Als Herstellerinnen können wir jedoch nicht jedem Mikrotrend folgen. Die Schuhproduktion unterliegt Entwicklungszeitplänen, Beschaffungsbeschränkungen und Qualitätsstandards, die eine strategische Planung erfordern. Anstatt kurzlebigen viralen Ästhetiken hinterherzujagen, interpretieren wir Trends durch unsere Markenidentität und passen sie an Produkte mit längerem kommerziellem Potenzial an. Kurz gesagt, soziale Medien sind ein aussagekräftiger Gradmesser für die Stimmung und Inspiration der VerbraucherInnen, aber unsere endgültigen Entscheidungen sind ein Gleichgewicht zwischen Trendreaktionsfähigkeit, Produktionsdurchführbarkeit, Markenpositionierung und langfristiger Marktnachhaltigkeit.

F: Manolo Blahnik, Christian Louboutin, Giuseppe Zanotti: Die Welt der Luxusschuhe ist traditionell eine sehr männerdominierte Branche. Wo spürt man dieses Erbe heute noch, und inw iefern ermöglicht es euch die Tatsache, dass drei Frauen an der Spitze stehen, die Dinge anders anzugehen?
AGL: Mit dem Eintritt von uns hat sich das gesamte Unternehmen verändert und ist offener für Forschung und Experimente geworden, was zu neuen Produktkategorien und damit zu neuen Märkten für eine stärkere Geschäftsentwicklung geführt hat. Darüber hinaus legen wir bei jeder Phase unserer Arbeit besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Die weibliche Sensibilität hat unweigerlich zu einem neuen Ansatz in Bezug auf Design und Innovation bei Formen und Materialien geführt. Heute basiert die Kollektion auf stilistischen Lösungen, die es schaffen, den Bedürfnissen verschiedener Frauentypen gerecht zu werden. Mehr Farbe, neue Formen und neue Sohlen in jeder Saison und Details mit einer starken Persönlichkeit. Eine zu 65% weibliche Belegschaft bringt traditionelles Know-how in die moderne Welt. Das Gefühl der Verbundenheit unter Frauen ist heute ein fester Bestandteil der DNA von AGL und findet sich in jedem beruflichen Verhalten des Unternehmens wieder.

„Mit dem Eintritt von uns hat sich das gesamte Unternehmen verändert und ist offener für Forschung und Experimente geworden.“

Nothing but net! Der Elsy Boot.

F: Gab es Momente, in denen ihr drei völlig unterschiedliche Visionen für AGL hattet? Wenn ja, wie habt ihr diese kreative Spannung in eine Lösung umgewandelt?
AGL: Wir haben eine Regel unter uns dreien: Wenn zwei zustimmen, ist die Lösung gefunden.

F: Gibt es etwas an eurer täglichen Arbeit, das die Leute überraschen würde, wenn sie davon wüssten?
AGL: Was die Leute an unserer täglichen Arbeit wirklich überraschen könnte, ist, wie ungezwungen und spontan sie sein kann. Für uns ist es völlig normal, eine Kollektion zu entwerfen und zu entwickeln, während wir auf dem Sofa sitzen und uns einfach wie Schwestern unterhalten. Es ist eine Art nonstop Brainstorming, bei dem eine von uns etwas erzählt, das sie auf ihrer letzten Reise nach Los Angeles oder Korea entdeckt hat, und dieser Funke wird zu einer Idee. Wir arbeiten mit Bleistiften und Farben, Scheren und Lederstücken – sehr praktisch, sehr instinktiv. Aus diesen spontanen Momenten entstehen Skizzen und Notizen. Dann gibt es natürlich ein ganzes Team talentierter Menschen, die uns dabei helfen, die auf Papier gekritzelten Träume in echte Stücke zu verwandeln. Es ist ein Prozess, der auf eine intime, fast spielerische Weise beginnt und sich durch Handwerkskunst und Zusammenarbeit zu etwas Konkretem entwickelt.

F: Was bringt jede von euch mit, was die anderen nicht bieten können?
AGL: Vera bringt exotische, unkonventionelle Ideen ein, Sara setzt alles in die Realität um und Marianna steuert ihr fundiertes Wissen über traditionelle Techniken bei.

F: Gibt es ein bestimmtes Paar AGL-Schuhe, das für euch eine besondere Bedeutung hat?
AGL: Unser allererstes Ballerina-Modell mit spitzer Zehenpartie. Anfang der 2000er-Jahre, nach Jahren des Erfolgs mit unseren klassischen Ballerinas mit runder Zehenpartie, beschlossen wir, etwas Neues und Gewagteres zu entwerfen: eine spitze Silhouette. Unser Vater sah uns an und sagte: „Glaubt ihr wirklich, dass Frauen spitze Füße haben?“ Aber wir waren entschlossen. Wir wollten die bequemsten, flexibelsten Ballerinas mit spitzer Zehenpartie kreieren, die super feminin, praktisch und gleichzeitig wunderschön sind. Am Ende wurde das Modell ein kommerzieller Erfolg und war besonders bei Prominenten in Los Angeles beliebt. Mehr noch, es stellte für uns einen Wendepunkt dar: ein schlichtes, aber perfektes Modell, das uns half, unsere Vergangenheit hinter uns zu lassen und uns wirklich als Designerinnen zu etablieren.

F: Mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte von AGL: Was hofft ihr, wird sich weiterentwickeln – und was sollte eurer Meinung nach niemals ändern?
AGL: Unser größter Wunsch ist, dass AGL ein Familienunternehmen bleibt. Wir möchten den familiären, engen Zusammenhalt innerhalb des Unternehmens, das Gefühl des Vertrauens, der Fürsorge und der gemeinsamen Vision unbedingt bewahren. Für uns ist AGL wie ein Familienjuwel, das wir für kommende Generationen schützen und pflegen möchten. Ein weiteres Element, das für die DNA der Marke absolut entscheidend ist, ist, dass wir weiterhin stolz darauf sind, in Italien hergestellt zu werden. Unsere Handwerkskunst, unsere Kultur und unsere Identität sind hier tief verwurzelt, und das sollte sich niemals ändern. Alles andere muss sich jedoch mit der Zeit weiterentwickeln. Veränderungen sind unerlässlich, aber sie müssen Schritt für Schritt, mit Bewusstsein und Respekt erfolgen, so wie wir es getan haben, als wir in das Unternehmen eingetreten sind. In den letzten 15 Jahren haben wir viele Aspekte der Firma verändert. So hat sich AGL beispielsweise von einem überwiegend von Männern geführten Unternehmen zu einem Team entwickelt, das heute zu 65% aus Frauen besteht, von denen viele leitende Managementpositionen innehaben. Wir glauben an eine durchdachte Entwicklung: Wir begrüßen den Fortschritt, während wir unser Erbe würdigen, und gehen stets mit Absicht und Respekt voran.

Style bis in die Zehenspitzen mit den Stretch-Organza Boots.

AGL

Wer in die Schuhe von AGL schlüpft, ist nicht auf dem Holzweg. Die Kreationen des Familienunternehmens sind seit bald 70 Jahren ein Aushängeschild für italienische Schuhmacherkunst. Höchste Qualität in Material und Handwerk sowie das Tragegefühl wie eine zweite Haut haben die Marke international begehrt gemacht. Was im gebirgigen Städtchen Montegranaro zusammengeschustert wird, hat die Gehwege bis zum kalifornischen Rodeo Drive erobert dank prominenten Fans wie Gigi Hadid, Lupita Nyong’o und Lily Collins. agl.com

Mehr Lieblinge aus der Modewelt findest du hier.

Im Schuhfieber? Hier wirst du fündig.

Fotos: © AGL

Tags: AGLMarianna GiustiSara GiustiVera Giusti
Michael Rechsteiner

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