Die Gucci Herbst/Winter 2026/27 Kollektion schlägt eine klarere Richtung für das Haus ein. Alles wirkt bewusst gesetzt: Die Silhouetten sind körpernah und präzise, eng am Körper geschnitten und technisch ausgearbeitet. Die Sinnlichkeit ist deutlich spürbar, verstärkt durch tiefe Taillen, modelliertes Tailoring und Momente von High-Shine-Glamour. Eine Kollektion, die auf klare Codes und spürbare Spannung setzt.
Gucci Herbst/Winter 2026/27 Womenswear
Die Womenswear ist kompromisslos körperbetont. Die Silhouetten sitzen tief auf der Hüfte, liegen wie eine zweite Haut am Körper. Strick, taillierte Lederjacken und schmale Hosen zeichnen die Linie nach und strecken die Figur. Über Stoffe und Schnitte kommt eine leichte Verschiebung rein: Unerwartete sportliche Details und technische Finishes brechen den Look, ohne ihm den Glamour zu nehmen. Florale Prints erscheinen in dramatischen Kleidern, während ein leichteres Slipdress die Intensität etwas abfedert. Volumen kommt punktuell. Faux Fur explodiert an Krägen, Bombern und Statement-Mänteln und trifft auf extrem schmale Basics. Croc-Glanz und glattes Leder verstärken den polierten Effekt. Am Abend wird es noch direkter. Skulpturale Kleider schmiegen sich an den Körper, Cut-outs betonen die Taille, Pailletten-Säulen funkeln mit Nachdruck. Sex Appeal – bewusst inszeniert und klar konstruiert.




Gucci Herbst/Winter 2026/27 Menswear
Die Menswear schärft die Silhouette und verstärkt eine modellierte Maskulinität. Körperbetonte Tops, kurze Jacken und schmale Hosen sorgen für eine vertikale, brustbetonte Haltung. Dunkle Töne dominieren – Schwarz, Anthrazit, tiefes Navy – kurz unterbrochen von hellen Metallics, bevor die Stimmung wieder ins Nächtliche kippt. Im Tailoring wird es etwas lockerer: weichere Schultern, längerer Fall, minimal weitere Hosenbeine. Sinnlichkeit, aber in Struktur gehalten.



Zum Finale setzt Kate Moss das Ausrufezeichen in einem flüssig schwarzen Kleid, rückenfrei geschnitten, mit sichtbarem, diamantbesetztem GG-Thong.

Einige KritikerInnen vergleichen Gucci Herbst/Winter 2026/27 mit der 90er-Ära von Tom Ford – tiefe Taillen, Cut-outs, Provokation. Doch das ist kein Revival. Demna respektiert die Haus-DNA, ohne sie zu kopieren. Während Alessandro Michele das vergangene Jahrzehnt mit post-gender Fluidität und eklektischem Maximalismus prägte, setzt Demna auf Klarheit. Die Kollektion arbeitet mit konkret definierten männlichen und weiblichen Archetypen – manchmal hyper-sinnlich, aber immer bewusst gesetzt. Demnas Gucci wirkt selbstsicher, fokussiert und eindeutig eigenständig.
Die ganze Gucci Herbst/Winter 2026/27 Show findest du hier.
Teaserfoto & Kate Moss diamantbesetztem GG-Thong : ©Gucci : Looks: © Launchmetrics SpotlightSM
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