Wer bist du und wer willst du sein? Das fragen wir uns nicht nur, wenn wir einen philosophischen Podcast zu viel gehört haben, sondern auch beim täglichen Blick in den Spiegel. Denn dank Haaren, Make-up und Accessoires kann die Antwort variieren. Zu oft verwandeln Schönheitsideale und -OPs Gesichter in einen vermeintlich perfekten Einheitsbrei. Darum fragen wir uns lieber: Wie kann ich meine Gesichtszüge betonen und mit ihnen spielen und wer inspiriert mich heute? Die Möglichkeiten sind endlos – Ideen liefern wir auf den nächsten Seiten.

Make Up at the Disco
Kaum eine Dekade ist mit nur einem Wort erklärbar. Deshalb: Schulterpolster! Disco! Madonna! Und natürlich: Babyblauer Lidschatten. Der hat in den Achtzigern funktioniert und löst auch mehr als 40 Jahre später dieselben Assoziationen aus. Freiheit, Unbeschwertheit, Party – alles, wovon man gerade angesichts der Weltlage eine Extraportion gebrauchen kann.
ZOMER

I’m Like A Bird
In der Vogelwelt schlummert die Make-up-Inspiration. Bei den gefiederten Wesen sind es oft die Männchen, die die prächtigste Farbpalette vorweisen. Wäre doch schön, würden sich menschliche Männchen auch mal trauen, etwas Farbe aufzutragen – es macht Spaß! Zurück zur Ornithologie: Wie wär’s denn mal mit Wimpern, die es mit dem Flügelschlag eines Blaugenick-Sperlingspapageien aufnehmen können?
LUAR

Golden Hour Girl
Es sind die schönsten zwei Stunden am Tag, rein lichttechnisch gesehen: Die Golden Hour, die etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang und eine Stunde vor Sonnenuntergang die Welt in warmes, weiches Licht tüncht, in dem plötzlich jede Ecke der Stadt zum Instagram-Hotspot wird. Der Golden-Hour-Profi überlässt nichts dem Zufall und zaubert das Gold ins Gesicht: Mit warmem Schimmer auf Lippen, Augen und Wangen.
CONNER IVES

Blush to the Future
Wie schminken wir uns im Jahr 3026? Das werden wir leider nicht selbst erleben, es sei denn, es ist was dran am allgegenwärtigen Longevity-Geplapper. Dieser Look kommt unserer Fantasie schon ganz nah: Irgendwie futuristisch, wie ein menschlich gewordener Android – oder ein Android-gewordener Mensch? –, doch mit denselben Produkten, die wir in der Gegenwart heiß und innig lieben. Beispielsweise pudrigem Blush und tiefschwarzem Eyeliner.
VIKTOR&ROLF

Mushroom Fairy
Nichts geht über rote Lippen. Doch es gibt längst nicht nur eine Art von Rot, weswegen es völlig okay ist, wenn die Lippenstiftsammlung etwas ausufert. Wer sich von der niedlichen Cottage-Core-Ästhetik anstecken lässt, die uns eine heile Welt im Einklang mit der Natur verspricht, setzt am besten auf Fliegenpilzrot. Das macht sich auch auf den Nägeln gut.
FIORUCCI

Highlight Like It’s 2016
Kaum ein Beauty-Produkt ging vor zehn Jahren wohl öfter über die Ladentheke als Highlighter, damals der heilige Gral des Make-ups. Jetzt, wo wir 2016 schon fast religiös zelebrieren und uns nostalgisch an ein simpleres Internet und sorgenfreies Social Media erinnern, (ja, man tendiert zum Schönreden, wenn man so in der Nostalgie versinkt), ist es höchste Zeit, auch den Highlighter zurückzubringen und die Wangenknochen leuchten zu lassen.
UJOH

Queen of the Renaissance Fair
In den Geschichtsbüchern klingt es immer so, als hätte es nur Männer gegeben, wenn von Rittern und Königen die Rede ist. Dabei haben Frauen die Geschichte immer mitgeprägt, sind aber unsichtbar geblieben. Die Modern-Day-Knightess trägt viel Silberschmuck, langes Haar mit Mittelscheitel und stellt damit jede angestaubte Ritterrüstung in den Schatten.
DILARA FINDIKOGLU

Bling Me Up
Damit die Kreativität nicht einschläft, braucht es folgendes: sich nicht auf KI verlassen, natürlich. Und über den Tellerrand hinausdenken. Es gibt nicht nur Ringe und Ketten, sondern ein bisschen Bling lässt sich überall platzieren. Und gehört im Gesicht und am Hals genau so zu einem Beauty-Look wie Lippenstift und Mascara.
GAURAV GUPTA

Mermaid at a Rave
Was am Ozeanboden so vor sich geht, wissen wir nicht genau, denn nach wie vor sind erst fünf Prozent der Weltmeere erforscht. Kann also sein, dass wir mit unserer Vorstellung voll ins Schwarze treffen: Meerjungfrauen, die sich auf einen Rave vorbereiten, haben bestimmt bunt gestreifte Haare. Und Glitzersteinchen im Gesicht, die sie aus unerforschten Muschelspezies ernten.
THEOPHILIO

Ready to Loot
Auf hoher See gelten keine Regeln. Also, nicht dass wir wüssten. Das heißt, eine Piratin kann sich schminken, wie sie will. Doch ein paar Accessoires gibt es, die für immer den ultimativen Piraten-Vibe verkörpern, unter anderem ein Kopftuch und Kreolen. Und in Zeiten wie diesen nehmen wir es auch niemandem übel, wenn Piraterei plötzlich als legitimer Berufsweg in Erwägung gezogen wird.
ERMANNO SCERVINO

Outer Space Girl
„Spinnin’ out in another galaxy“, sangen die Spice Girls anno 1997 und wurden kurzerhand zu den Outer Space Girls. Wer auch ein Neunziger-Weltraummädchen sein will, braucht allerlei Glitzerndes und silbernen Lippenstift. Und dann kommt man bestimmt zusammen in „intergalaktischer Einheit“, wie es die fünf Popgirls damals so schön trällerten.
CHOPOVA LOWENA

After Party Powder
Wer nach einer durchzechten Partynacht à la Hollywood mit seltsam platziertem weißem Pulver im Gesicht erwacht, wird je nach Bekanntheitsgrad als erstes von Paparazzi abgelichtet. Kann passieren. Da lächelt man das Ganze am besten weg und setzt einen neuen Make-up-Trend, und plötzlich wollen alle mit weißem Puder experimentieren.
DIOTIMA

Never Ever Too Much
Echte IndividualistInnen scheren sich nicht um sogenannte Make-up-Regeln, die vorschreiben, man soll gefälligst nicht Lippen und Augen gleichzeitig betonen. Wer den Maximalismus feiert, malt sich so viel Farbe ins Gesicht, wie es die eigenen Emotionen gerade diktieren. Üppiger Schmuck und extravagante Nägel dazu, und fertig ist der Look, der nichts von Konventionen hält.
THE BLONDS
Diese Looks haben uns letzte Saison nicht mehr losgelassen.
Fotos: © Launchmetrics SpotlightSM






